Einen günstigen Flug zu buchen ist das eine, neben der Familie zu sitzen das andere. Billigairlines verkaufen die Platzwahl als Extra, sodass eine vierköpfige Familie für die Sitzplätze mehr zahlen kann als für manches Ticket. Wir zeigen, was die Airlines veröffentlichen, wie die kostenlose Alternative funktioniert, was eine Familie am Ende zahlt und welche EU-Regel ab Oktober 2027 für Kinder etwas ändert.
So sieht die kostenlose Möglichkeit aus
Alle drei Airlines weisen dir einen Platz kostenlos zu, wenn du keinen wählst. Ryanair nennt das einen zufällig zugewiesenen Sitzplatz. easyJet schreibt auf der Gebührenseite, dass die Plätze beim Check-in zufällig vergeben werden und man sich bemühe, alle einer Buchung zusammenzusetzen. Garantiert sei das aber nicht, besonders bei einem Check-in kurz vor dem Abflug.
Wizz Air schreibt auf der Seite zur Sitzplatzregelung, dass jede Person einer Buchung beim Check-in einen Zufallsplatz bekommt, der 24 Stunden vor dem Abflug öffnet, und dass nebeneinander liegende Plätze nicht garantiert sind. Wer einen Platz kauft, kann dafür schon 30 Tage vor dem Flug einchecken.
Was Ryanair verlangt (geprüft am 10. Oktober 2026)
Ryanair nennt auf der Gebührenseite eine Spanne je Flug. Der genaue Betrag hängt von Strecke und Datum ab, und er ist anders, je nachdem ob du bei der Buchung oder später kaufst.
| Platzart | Bei der Buchung | Nach der Buchung oder am Flughafen |
|---|---|---|
| Standardplatz | 3 bis 27,50 € oder £ | 3,50 bis 29,50 € oder £ |
| Platz in den vorderen Reihen | 18 bis 41 € oder £ | 18,50 bis 42,50 € oder £ |
| Platz mit mehr Beinfreiheit | 12,50 bis 27,50 € oder £ | 8,50 bis 38 € oder £ |
Alle Beträge gelten pro Sitz und pro Flug. Auf einigen Inlandsstrecken in Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und weiteren Ländern, die die Seite aufzählt, kommt Mehrwertsteuer dazu.
easyJet und Wizz Air: keine feste Tabelle
easyJet verkauft drei Platzarten, die auf der Hilfeseite beschrieben sind: Standardplätze, bei denen du Fenster, Mitte oder Gang wählst, Up-Front-Plätze in den Reihen 2 bis 6 mit einer kleinen Tasche unter dem Sitz und Plätze mit mehr Beinfreiheit. Standard und Up Front sind für Inhaber der easyJet Plus Karte und Kunden mit einem Inclusive-Plus-Tarif kostenlos. Laut Gebührenseite schwankt der Preis mit Nachfrage, Strecke, Flugdatum und Buchungszeitpunkt, den genauen Betrag siehst du erst beim Kauf. Deshalb nennen wir keine Zahl.
Bei Wizz Air kann ein Bündel den Platz enthalten. Mit WIZZ Go wählst du Plätze ohne Aufpreis, außer in der ersten Reihe und mit mehr Beinfreiheit. WIZZ Plus und der Privilege Pass schließen auch diese Plätze ein. Dazu verkauft die Airline ein Produkt namens Sitting together: Es gilt nur für Buchungen mit 2 Erwachsenen im Basic-Tarif, die Plätze wählst du nicht selbst, sie liegen aber garantiert nebeneinander, vordere Reihen und Beinfreiheit sind ausgeschlossen, und die Gebühr fällt pro Flug an. Die Gebühr haben wir auf der Seite nicht gefunden, sie steht in der Buchung.
Rechenbeispiel: Familie mit vier Personen, ein Hin- und Rückflug
Die Zahlen nutzen Ryanairs veröffentlichte Spanne für Standardplätze, gebucht zusammen mit den Flügen. Der Zwischenwert von 10 € je Sitz ist frei gewählt, um die Rechnung zu zeigen.
- Vier Personen, zwei Flüge, also 8 Sitze.
- Untere Grenze: 8 mal 3 € sind 24 €.
- Frei gewählte Mitte: 8 mal 10 € sind 80 €.
- Obere Grenze: 8 mal 27,50 € sind 220 €.
- Kostenlose Zufallsplätze: 0 €, aber ohne Zusage, dass ihr zu viert zusammensitzt.
An der oberen Grenze sind das 55 € pro Person allein für die Plätze. Ob sich das lohnt, hängt vom Alter der Kinder ab und davon, wie du das Risiko siehst, getrennt zu sitzen.
Was die EU ändert
Die Verordnung (EU) 2026/2202 gilt ab dem 23. Oktober 2027. In ihrem Artikel 11 steht, dass einer Person, die ein Kind im selben Beförderungsvertrag begleitet, die Fluggesellschaft kostenlos anbieten muss, neben dem Kind zu sitzen. Sind keine benachbarten Plätze frei, soll sie die Begleitperson dabei unterstützen, welche zu finden. Als Kind gilt laut Verordnung, wer am Abflugtag unter 14 Jahre alt ist. Bis die neue Regel gilt, entscheiden die Bedingungen der Airline. Für Flüge vor diesem Datum zählt also weiter die Tabelle oben. Die Regel ist EU-Recht und gilt nicht automatisch für britische Airlines.
Wo tripprice ins Spiel kommt
Auf tripprice vergleichst du Flugangebote von Anbietern wie Kiwi, eSky und Aviasales mit Gutscheinen und Cashback. Prüfe vor der Buchung, ob sich ein Sitzplatz über den Anbieter hinzubuchen lässt oder nur auf der Seite der Airline, denn das ist je nach Anbieter und Buchung verschieden.
So gehst du vor
- Such die Platzspanne für deine Airline und Strecke heraus, bevor du Preise vergleichst.
- Zähl die Sitze: Personen mal Flüge.
- Entscheide, ob das Zusammensitzen wichtig ist. Bei Erwachsenen oft nicht, bei kleinen Kindern schon.
- Wenn ja, vergleich den Kauf der Plätze mit einem Tarif oder Bündel, das sie enthält.
- Kauf dort, wo die Airline später mehr verlangt, gleich bei der Buchung, wie Ryanair bei Standard- und Frontplätzen.
- Nimm die Summe samt Sitzen zurück in den Preisvergleich.