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Mit Karte zahlen im Ausland: Euro oder Landeswährung wählen

Was die Frage am Kartenterminal kostet, was das EU-Recht zur Umrechnung vorschreibt und wie du den Kurs mit dem Referenzkurs der EZB vergleichst.

5 Min. Lesezeit · Stand: 12.10.2026

An der Hotelrezeption in Prag, im Restaurant in Budapest oder am Geldautomaten in Istanbul erscheint oft dieselbe Frage auf dem Display: in Euro oder in der Landeswährung bezahlen? Die Antwort entscheidet, wer den Wechselkurs festlegt, und damit, wie viel am Ende auf deiner Abrechnung steht. Wir erklären, welche Kosten beim Bezahlen in fremder Währung entstehen, was das EU-Recht dazu vorschreibt und warum die Landeswährung meist die bessere Wahl ist.

Zwei Wege der Umrechnung

Bezahlst du in der Landeswährung, also in Kronen, Forint, Lira oder Pfund, rechnet deine Bank oder dein Kartenanbieter den Betrag in Euro um. Den Kurs und eine mögliche Auslandsgebühr legt sie in deinem Kartenvertrag fest. Diese Kosten kennst du vorher oder kannst sie nachlesen.

Wählst du am Terminal Euro, rechnet der Betreiber des Terminals oder Automaten sofort um. Das nennt sich dynamische Währungsumrechnung. Den Kurs bestimmt dann der Händler oder sein Zahlungsdienstleister, nicht deine Bank. Du siehst zwar sofort einen Betrag in Euro, im Kurs steckt aber ein Aufschlag, dessen Höhe der Anbieter selbst festlegt.

Was das EU-Recht vorschreibt

Die Regeln stehen in der Verordnung (EU) 2021/1230 über grenzüberschreitende Zahlungen. Für Karten aus der EU gilt danach:

  • Wer am Automaten oder an der Kasse eine Umrechnung anbietet, muss vorher die gesamten Umrechnungsentgelte als prozentualen Aufschlag auf den aktuellen Referenzkurs der Europäischen Zentralbank anzeigen.
  • Deine Bank muss ihre eigenen Umrechnungsentgelte ebenfalls als Aufschlag in Prozent auf den Referenzkurs der EZB angeben, damit du vergleichen kannst.
  • Nach einer Kartenzahlung in einer anderen EU-Währung muss die Bank dir die Angaben zur Zahlung ohne unnötige Verzögerung elektronisch schicken.

Das EU-Portal Ihr Europa ergänzt: Zahlungen in Euro innerhalb der EU dürfen nicht teurer sein als die gleiche Zahlung im Inland. Bei anderen EU-Währungen kann der Kartenanbieter eine Umrechnungsgebühr verlangen, muss sie aber vor der Zahlung mitteilen. Firmenkreditkarten, die über den Arbeitgeber abgerechnet werden, fallen nicht unter diese Regeln.

Der Referenzkurs als Maßstab

Die Europäische Zentralbank veröffentlicht an jedem Arbeitstag Referenzkurse für 29 Währungen. Sie sind der Maßstab, an dem sich alle Aufschläge messen lassen. Einige Werte vom 9. Oktober 2026:

Währung1 Euro entspricht
Tschechische Krone24,369 CZK
Ungarischer Forint365,08 HUF
Polnischer Zloty4,3835 PLN
Türkische Lira55,1033 TRY
Britisches Pfund0,84763 GBP
Schweizer Franken0,9313 CHF
US-Dollar1,1206 USD

Wer den Kurs am Terminal mit diesem Wert vergleicht, sieht sofort, wie groß der Aufschlag ist.

Rechenbeispiel: Hotelrechnung in Prag

Für drei Nächte in Prag stehen am Ende 6.000 Kronen auf der Rechnung. Zum Referenzkurs vom 9. Oktober 2026 sind das 6.000 geteilt durch 24,369, also 246,21 €. Die Aufschläge im folgenden Beispiel sind frei angenommen, um die Rechnung zu zeigen. Die echten Werte stehen in deinem Kartenvertrag und auf dem Display des Terminals.

  • Zahlung in Kronen, Bank verlangt angenommen 1,5 % Aufschlag: 246,21 € mal 1,015 gleich 249,91 €.
  • Zahlung in Euro am Terminal, Aufschlag angenommen 5 %: 246,21 € mal 1,05 gleich 258,53 €.
  • Unterschied: 8,62 € für eine einzige Zahlung.

Hat deine Karte keine Auslandsgebühr, fällt der Unterschied noch größer aus. Über eine ganze Reise mit Hotel, Restaurants und Mietwagen summiert sich das schnell zu einem Betrag, der einer zusätzlichen Mahlzeit oder einer Taxifahrt entspricht.

Was auf dem Display steht

Bietet ein Terminal die Umrechnung an, siehst du meist zwei Beträge nebeneinander: den Preis in der Landeswährung und einen Betrag in Euro, dazu einen Kurs und den Aufschlag in Prozent. Lass dich nicht davon leiten, dass der Euro-Betrag vertrauter wirkt. Entscheidend ist der Aufschlag. Steht dort zum Beispiel ein Wert von mehreren Prozent, ist die Zahlung in Landeswährung fast immer günstiger, solange deine Bank weniger verlangt. Fotografiere bei größeren Beträgen den Beleg, dann kannst du später vergleichen, was tatsächlich abgebucht wurde.

Geld abheben am Automaten

Am Geldautomaten gilt dasselbe Prinzip. Bietet der Automat an, in Euro abzurechnen, wählst du die Landeswährung. Der Betreiber muss den Aufschlag vorher anzeigen, und wie beim Bezahlen kannst du ihn mit dem Referenzkurs vergleichen. Brichst du den Vorgang ab, weil dir der angezeigte Aufschlag zu hoch ist, entstehen dir dadurch keine Kosten für die Umrechnung. Welche Gebühren deine eigene Bank für Abhebungen im Ausland verlangt, steht im Preisverzeichnis deines Kontos.

Hotel und Mietwagen vorab gebucht

Bei Buchungen im Internet stellt sich die Frage schon vorher. Manche Seiten zeigen den Preis in Euro an, bezahlt wird aber im Hotel in der Landeswährung. Dann rechnet deine Bank zum Kurs am Tag der Zahlung um, und der Betrag kann vom angezeigten Preis abweichen. Wählst du bei der Vorauszahlung eine Abbuchung in Euro, legt der Buchungsanbieter den Kurs fest. Auch hier lohnt der Vergleich mit dem Referenzkurs. Wie Gutscheine und Cashback den Endpreis einer Buchung zusätzlich senken, zeigt unser Ratgeber Gutschein oder Cashback.

So gehst du vor

  1. Vor der Reise im Kartenvertrag oder in der Banking-App nachsehen, welchen Aufschlag die Bank für Zahlungen in fremder Währung verlangt.
  2. An Kasse und Automat immer die Landeswährung wählen, wenn das Terminal fragt.
  3. Fragt der Kellner oder das Personal, ob du in Euro zahlen möchtest, freundlich ablehnen.
  4. Bei Unsicherheit den angezeigten Kurs mit dem Referenzkurs der EZB vergleichen.
  5. Nach der Reise die elektronischen Mitteilungen der Bank prüfen und Abweichungen reklamieren.

Häufige Fragen

Soll ich im Ausland in Euro oder in Landeswährung zahlen?

In der Regel in Landeswährung. Dann rechnet deine Bank nach den Bedingungen deines Kartenvertrags um, statt dass der Händler den Kurs mit eigenem Aufschlag festlegt.

Was ist dynamische Währungsumrechnung?

Das Angebot am Terminal oder Automaten, sofort in Euro umzurechnen. Den Kurs bestimmt dann der Betreiber des Terminals, nicht deine Bank.

Muss der Aufschlag angezeigt werden?

Ja. Nach EU-Recht muss der Anbieter die gesamten Umrechnungsentgelte vorher als Aufschlag in Prozent auf den Referenzkurs der EZB anzeigen.

Kostet Bezahlen in Euro in anderen EU-Ländern extra?

Nein. Zahlungen in Euro innerhalb der EU dürfen nicht teurer sein als die gleiche Zahlung im Inland.

Wo finde ich den aktuellen Referenzkurs?

Auf der Website der Europäischen Zentralbank. Sie veröffentlicht die Kurse an jedem Arbeitstag.

Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Bedingungen der Anbieter und die Vorgaben am Reiseziel.